Arten von Optionen

In diesem Beitrag geht es um die 4 Grundtypen im Optionshandel. Diese bilden die Basis aller zukünftigen Optionsstrategien, denn egal welche Strategie man für sich selbst anwendet, im Kern setzt sich jede aus diesen 4 Typen zusammen.

Table of Contents

Kaufgeschäfte

Der Optionshandel lässt sich unterteilen in Kauf und Verkaufsgeschäfte. Im Beitrag “Was sind Optionen” habe ich bereits schon das Optionsgeschäft allgemein dargestellt.

Der Kauf einer Option spiegelt ja in erster Linie ein Wahlrecht (keine Pflicht) wieder, einen bestimmten Basiswert (Underlying) zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu einem vorab definierten Preis (Strike Preis) entweder zu kaufen oder zu verkaufen.

Man unterscheidet bei Kaufgeschäften zwischen dem Long Call und dem Long Put.

Long Call

Der Long Call ist die “bekannteste” Art unter den Optionstypen.

Der Long Call ist eine sogeannte bullische Strategie. Als „Bullisch“ beschreibt man die Erwartung von steigenden Kursen.

Hier empfehle ich folgende Eselsbrücke: Der Bulle stößt beim Angriff mit den Hörnern von unten nach oben. So bewegen sich also auch die Kurse, nämlich steigend.

Diese Option wird eingesetzt, wenn man von stark steigenden Aktienkursen ausgeht.

Ideal wäre hier eine geringe Volatilität, da die Option somit weniger kostet, da das Risiko geringer ist, dass der Kurs der zugrundeliegenden Aktie sich zugunsten des Käufers verändert. Mehr dazu findest du im Beitrag “Einflussfaktor Volatilität auf den Optionspreis”

Kommen wir nun kurz zu den Begriffen “Long” und “Call”

  • „Long“ bezeichnet die Käuferseite der Option.
    • Die Option wird also gekauft.
    • Der Käufer der Option erhält hier das Recht ein Wertpapier in der Zukunft zum Strike Preis zu kaufen
  • „Call“ bezeichnet eine Kauf-Option.
 
Den Long Call habe ich dir einmal grafisch dargestellt:
 

Beim Long Call geht der Käufer von steigenden Kursen aus. Das Hauptziel beim Long Call besteht darin am Ende den Basiswert billiger zu kaufen, als es am Markt wert ist. Der Verkäufer erhält direkt vom Käufer die Optionsprämie. Hierfür räumt er diesem die Pflicht zum Verkauf der Aktien bei Ausübung der Option ein.

Sollte sich der Kurs des zugrundeliegenden Basiswertes zugunsten des Käufers verändern, in diesem Fall steigen, so wird der Käufer im besten Fall die Option ausüben und den Basiswert zum vorab definierten Preis kaufen. Der Verkäufer muss in diesem Fall den Basiswert verkaufen.

Long Put

Auch der Long Put ist wie der Long Call sehr bekannt im Optionshandel und beschreibt ebenso wie der Long Call die Käuferseite. Wir kaufen wieder eine Option, nur diesmal mit dem Recht ein Wertpapier in der Zukunft zum Strike Preis zu verkaufen.

Der Long Put ist im Vergleich zum Long Call eine sogeannte bärische Strategie. Als „Bärisch“ bezeichnet man die Erwartung von sinkenden Kursen.

Hier empfehle ich folgende Eselsbrücke: Der Bär schlägt beim Angriff mit seinen Tatzen von oben nach unten. So bewegen sich also auch die Kurse, nämlich sinkend.

Diese Option wird eingesetzt, wenn man von stark sinkenden Aktienkursen ausgeht.

Ideal wäre hier, wenn vor dem Crash die Preise eher stabil sind und eine niedrige Volatilität herrscht. da die Option somit billiger wäre”

Den Long Put habe ich dir hier einmal grafisch dargstellt:

Das Hauptziel beim Long Put besteht darin am Ende den Basiswert teurer zu verkaufen, als es am Markt wert ist. Der Verkäufer erhält direkt vom Käufer die Optionsprämie. Hierfür räumt er diesem die Pflicht zum Kauf der Aktien bei Ausübung der Option ein.

Sollte sich der Kurs des zugrundeliegenden Basiswertes zugunsten des Käufers verändern, in diesem Fall sinken, so wird der Käufer im besten Fall ausüben und den Basiswert  zum vorab definierten Preis verkaufen. Der Verkäufer muss in diesem Fall den Basiswert kaufen.

Verkaufsgeschäfte

Der Verkauf einer Option spiegelt immer eine Pflicht wieder, einen bestimmten Basiswert (Underlying) zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu einem vorab definierten Preis entweder kaufen oder verkaufen zu müssen.

Man unterscheidet bei Verkaufsgeschäften zwischen dem Short Call und dem Short Short Put

Short Call

Ein Short Call ist wie der Long Put eine bärische Strategie. Sie wird eingesetzt, wenn man nicht nur von fallenden Preisen, sondern auch von einem neutralen Markt ausgeht.

Ideal wäre bei Verkaufsgeschäften eine hohe Volatilität, da die Option zu einem höheren Preis verkauft werden kann. Doch wo liegt der Unterschied zu einem Long Put.

Der Short Call ist ein Verkaufsgeschäft und ist eine reine Prämienstrategie

„Short“ bezeichnet die Verkäuferseite der Option.

  • Die Option wird verkauft.
  • Der Verkäufer der Option hat die Pflicht das Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen

„Put“ bezeichnet eine Verkauf-Option.

Den Short Call habe ich hier wieder grafisch dargestellt:

 

Bei einem Short Call geht der Käufer ja von sinkenden Kursen aus. Das Hauptziel beim Short Call besteht darin, dass der Käufer seine Option nicht ausübt und diese wertlos am Ende verfällt.

Der Verkäufer erhält direkt vom Käufer die Optionsprämie. Hierfür räumt er diesem die Pflicht zum Verkauf der Aktien bei Ausübung der Option ein.

Sollte sich der Kurs des zugrundeliegenden Basiswertes entgegen des Käufers verändern, in diesem Fall sinken, so wird der Käufer die Option verfallen lassen und der Verkäufer kann 100% der vereinnahmten Prämie einbehalten.

Short Put

Der Short Put ist genau wie der Short Call ein klassisches Verkaufsgeschäft. Im Gegensatz zum Short Call ist der Short wieder eine bullische Stratgie. Einfach gesagt, ist dieser Optionstyp das Gegenstück zum Long Call. Setzt der Käufer auf steigende, so gibt es den Verkäufer, der auf sinkende oder neutrale Kurse setzt.

Wie bei dem Short Call wäre auch hier eine hohe Volatilität von Vorteil, da die Option zu einem höheren Preis verkauft werden kann.

Den Short Put habe ich hier wieder grafisch dargestellt:

 

Der Verkäufer erhält direkt vom Käufer die Optionsprämie. Hierfür räumt er diesem die Pflicht zum Kauf der Aktien bei Ausübung der Option ein, denn der Verkaufer

Sollte sich der Kurs des zugrundeliegenden Basiswertes entgegen des Käufers verändern, in diesem Fall steigen, so wird der Käufer die Option verfallen lassen und der Verkäufer kann 100% der vereinnahmten Prämie einbehalten.

Zusammenfassung

Ich habe dir hier noch einmal alle 4 Grundtypen zusammengefasst. In der Tabelle habe ich zum einen die Erwartungshaltung an den Kurs und zum anderen die Rechte und Pflichten für Käufer und Verkäufer dargstellt:

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.