Volatilität

In diesem Beitrag widme ich mich explizit der Volatilität. In dem Beitrag “Einflussfaktoren auf den Optionspreis” habe ich ja bereits die implizite Volatilität kurz erklärt.

Zusammengefasst bezeichnet die implizite Volatilität die zukünftige Schwankungsintensität eines Basiswertes bzw. einer Aktie. Zudem steigt der Optionspreis, je höher diese Schwankung ausfällt. Dies hängt mit einer Zunahme der Unsicherheit der Marktteilnehmer zusammen.

Bei einer hohen Schwankungsintensität ist das Risiko für den Verkäufer einer Option höher, dass der vorab definierte Ausübungspreis bzw. Strike Preis erreicht wird und es zu einer für den Verkäufer ungünstigen Ausübung kommt oder er die Option mit Verlust glattstellen muss.

Der Käufer hingegen sieht eine höhere Chance, dass der Ausübungspreis erreicht wird und er die Option mit Gewinn schließen oder gar ausüben kann.

implizite Volatilität vs. historische Volatilität

Generell können zwei Arten von Volatilitäten unterschieden werden: die bereits bekannte implizite Volatilität und die historische Volatilität.

implizite Volatilität

Die implizite Volatilität beschreibt im Gegensatz zur historischen die zukünftige Schwankungsbreite bzw. Intensität eines Basiswertes.

Steigt die implizite Volatilität, so steigt auch die Unsicherheit über zukünftige Kursentwicklungen. Für das erhöhte Risiko verlangt der Verkäufer einer Option eine höhere Optionsprämie. Der Käufer einer Option ist bereit, eine höhere Optionsprämie zu zahlen, da die Chance aufgrund der großen Schwankung höher ist, dass der Ausübungspreis entsprechend der Erwartung erreicht wird. Folglich:

Je höher die implizite Volatilität, umso teurer ist daher eine Option und umgekehrt

In diesen Zeiten profitiert ganz klar der Verkäufer einer Option, da er im Vergleich zur Vergangenheit höhere Prämien einnehmen kann.

historische Volatilität

Die historische Volatilität spiegelt, wie der Name schon vermuten lässt, die Schwankungsintensität des Marktes oder eines Basiswertes bzw. Aktie in der Vergangenheit wider. Diese Daten geben jedoch wenig Einblick in zukünftige Entwicklungen, lassen sich jedoch dafür relativ einfach ermitteln.

Anhand der historischen Volatilität lassen sich folglich auch nicht wirklich Strategien und Entscheidungen ableiten, denn mittels der historischen Volatilität kann nur Eindruck über die vergangene, aber nicht zukünftige Marktlage ermittelt werden.

Zusammenfassend gibt sie Aufschluss, wie groß die Schwankung einer Aktie in der Vergangenheit war.

Die historische Volatilität wird genau wie die implizite Volatilität in Prozent angegeben.

Nehmen wir an, die historische Volatilität einer Aktie X beträgt 20% auf. Das bedeutet, dass die Schwankung der Aktie pro Jahr bei ungefähr 20% nach oben oder unten ausfiel.

Der Volatilitätsindex "VIX"

Der bekannteste Index ist der CBOE Volatility Index (VIX). Der VIX spiegelt die Markterwartungen hinsichtlich der zukünftig erwarteten Volatilität wider. Die Berechnung erfolgt anhand von Optionen auf den S&P 500 Index.

Hier einmal ein kleiner Auszug:

Quelle: www.cboe.com

Der VIX wird auch als sog. “Angstindex” bezeichnet, da er die Markterwartungen der Volatilität über einen Zeitraum von 30 Tagen wiedergibt.

Der VIX wird anhand der S&P500 am Geld und aus dem Geld befindlichen Call- und Put-Optionen bestimmt.

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