Warum der Verkauf von Optionen oftmals die bessere Wahl ist

Der Verkauf von Optionen ist ein sogenanntes Stillhaltergeschäft.

Beim Verkauf einer Option gibt es folgende Unterschiede:

  • Der Verkäufer hat immer eine Pflicht
  • Der Verkäufer erhält eine Prämie für das Eingehen der Pflicht

Kommen wir erstmal zum Wichtigesten, der Pflicht.

Hat der Käufer das Recht zu kaufen, dann MUSS der Verkäufer den Basiswert verkaufen und umgekehrt – hat der Käufer das Recht zu verkaufen (Put), dann muss der Verkäufer den Basiswert kaufen.

Aufgrund der Pflicht kann der Verkäufer nicht wirklich mitreden. Eine gute Eselsbrücke ist: Der Verkäufer hält die Füße still und muss abwarten. Für dieses Risiko erhält er die Optionsprämie vom Käufer.

Das war es auch schon 😉 Doch warum soll dies nun besser sein?

Stichwort: Wahrscheinlichkeit

Keine Sorge, ich fange jetzt nicht mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung an.

ABER in 2 von 3 Fällen gewinnt der Verkäufer. Als Käufer einer Option setzt man auf sinkende oder steigende Kurse. Doch was ist mit neutralen Kursen? Vielleicht ahnst du es schon. Als Verkäufer “gewinnt” man auch, wenn sich die Kurse neutral verhalten. 

 

Beispiel gefällig?

Eine Aktie liegt bei 100€. Wir verkaufen nun einen Call mit dem gleichen Ausübungspreis vom 110€. Wir und der Käufer haben demnach den selben Ausübungspreis, aber andere Erwartungen an den Kurs. Der Käufer möchte steigende und wir als Verkäufer sinkende Kurse.  Daher setzen wir den Ausübunsgpreis etwas höher, da dies für uns den Puffer darstellt.

Nun bekommen wir die Prämie von 2€. Folglich darf der Kurs nicht über 112€ steigen. Warum? Das sehen wir gleich.

Es ergibt sich folgendes Optionsgeschäft:

 

Nun ergeben sich folgende Szenarien:

 

Szenario 1 – Der Kurs steigt auf 130€

Steigt die Aktie auf 130€, so ist dies komplett gegen unsere Erwartung von sinkenden Kursen.. Der Käufer freut sich! Er übt seine Option aus und kauft die Aktien für 110€. Und wer verkauft ihm diese für 110€? Die Gegenpartei –> In diesem Fall WIR.

Ich habe es mal grafisch dargestellt:

Wir müssen die Aktien für 110€ verkaufen. Jetzt wird es ein bisschen tricky, denn faktisch gesehen haben wir diese Aktien nicht. Heißt wir müssen die Aktien zum Marktpreis von 130€ kaufen und für 110€ verkaufen.

Verlust: (130€ – 110€) – 2€ = 18€

Vom Verlust ziehen wir noch die erhaltene Optionsprämie (in diesem Fall 2€) ab, da wir diese direkt anfangs erhalten und uns diese auch erstmal keiner mehr nehmen kann. Dennoch ist ein Verlust von 18€ enorm.

ABER!

Es gibt im Optionshandel einige Strategien, mithilfe dessen man diesen Verlust begrenzen oder sogar zum eigenen Vorteil nutzen kann. Eine dieser Strategien werde ich zeitnah auf diesem Blog veröffentlichen.

 

Szenario 2: – Der Kurs sinkt auf 90€

Kommen wir zu dem Szenario, dass die Aktie auf 90€ sinkt. Spoiler – wir gewinnen!

Der Kurs ist gesunken, also übt der Käufer nicht aus, da er die Aktien besser am Markt für 90€ kaufen kann.

Auch dies habe ich einmal grafisch dargestellt:

Folglich passiert nichts und wir vereinnahmen die Prämie von 2€.

 

Szenario 3: – Der Kurs bleibt neutral bei 112€

Nun zeige ich dir hier kurz, warum der Kurs von 112€ so wichtig ist. Zu 110€ hat der Käufer das Recht, zu kaufen. Zusätzlich muss er einmalig die 2€ Optionsprämie direkt beim Kauf an uns (Verkäufer) zahlen. Um einen Gewinn zu erzielen, muss der Basiswert am Ende größer 112€ sein. Folglich gewinnen wir bei neutralen Kursen ebenfalls, denn sollte der Käufer bei einem Preis von 112€ dennoch ausüben, dann ergibt sich folgender Gewinn für den Käufer:

(112€ – 110€) – 2€ = 0€

Wenn der Käufer ausübt, dann kann er für 110€ kaufen und für 112€ verkaufen, aber er muss eben gleichzeitig die Prämie berücksichtigen.

Hier passiert wieder nichts und wir vereinnahmen die Prämie von 2€..

Fazit

Abschließend kann festgehalten werden, dass ein Stillhaltergeschäft in 2 von 3 Fällen die bessere Wahl ist. Selbst den Verlust aus Szenario 1 kann man mittels diverser Strategien stark reduziert oder sogar komplett eliminiert werden.

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